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Mitteilungen und Verfahren

20.06.2012

Von: Nikolai Odebralski

LG Dortmund: 8 Jahre und 6 Monate Haft für schweren Bankraub in fünf Fällen

Auch wenn die Zahl auf den ersten Blick hoch erscheinen mag: das Landgericht Dortmund hat mit der Varhängung einer "einstelligen" Haftstrafe gegen einen aus Weißrussland stammenden Bankräuber ein vergleichsweise mildes Urteil gefällt.

Die Taten hatten bundesweit für Aufsehen gesorgt. Ein in Weißrussland ansässiges Verbrechersyndikat hatte in der Bundesrepublik eine Vielzahl von Raubüberfällen auf Großbanken begangen.

Die Masche war so, dass man Personen aus Russland für die Taten angeworben hatte und diesen die Fahrt nach Deutschland sowie die Unterkunft für einen Tag finanziert hatte. Die Täter waren meist drogenabhängig und brauchten Geld für Ihre Familie in der Heimat oder zur Finanzierung der eigenen Drogensucht. Die unmittelbar ausführenden Täter - bezeichnet als so genannte Soldaten - wurden sodann mit dem Zug nach Deutschland geschickt, wo ein verdeckt tätiger Mittelsmann bereits eine geeignete Bank für den Überfall ausgewählt hatte. In diesem Bank tauchten die russischen Täter nun unvermittelt auf und forderten den Kassierer unter Vorhalt einer Schusswaffe zur Herausgabe des Geldes auf. Anschließend flüchteten sie vom Tatort, begaben sich unmittelbar zum Bahnhof und traten die Rückreise in ihrer viele 1000 km entfernte Heimat an.

So bestand - abgesehen von dem Risiko der Entdeckung bei der unmittelbaren Tatausführung - nur ein sehr geringes Risiko, ein noch geringeres indes für die Hintermänner. Auf diese Art und Weise gelang es den Tätern, eine Vielzahl von deutschen Banken auszurauben.

Die sodann eingerichtete Sonderkommission (SoKo "BROM" - Bank Räuber Ohne Maske) kam den Tätern jedoch auf die Spur und konnte nicht nur in deren Heimatland, sondern auch in Deutschland zuschlagen. Aufgrund internationaler Auslieferungsabkommen wurden sodann zunächst die Haftstrafen am Ort der Festnahme vollstreckt und die Täter sodann in das Land ausgeliefert, in welchen Sie noch weitere Straftaten begangen hatten.

Mein Mandant kam aus der Haft in Polen, wo er bereits viele Jahre wegen vergleichbarer auch dort verübte Delikte abgesessen hatte. Hier in Deutschland wollte er die Zeit möglichst schnell hinter sich bringen und war sofort bereit, eine Verfahrensabsprachen mit dem Gericht treffen, welche dem Gericht viel Zeit und Mühe ersparte. Das kooperative Verhalten führte dazu, dass neben einer vergleichbaren milden Haftstrafe auch noch in der Verhandlung mit der Staatsanwaltschaft vereinbart worden war, dass der Täter nach der Hälfte der Haftzeit in sein Heimatland abgeschoben wird, wo er dann die restliche Zeit als freier Mann auf Bewährung verbringen kann.

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