Mitglied im deutschen Anwaltverein & der Strafverteidigervereinigung NRW

DeutscherAnwaltVerein
Strafverteidigervereinigung nrw

Mitteilungen und Verfahren

08.02.2013

Von: Nikolai Odebralski

Schwere sexuelle Nötigung: AG Essen spricht Jugendlichen frei

Das Amtsgericht Essen - Jugendschöffengericht - hat einen jugendlichen Angeklagten vom Vorwurf der schweren sexuellen Nötigung (Vergewaltigung) zum Nachteil einer Gleichaltrigen vollumfänglich freigesprochen. Das angebliche Opfer hatte - wie herausgestellt werden konnte - ein ursprünglich einvernehmliches Geschehen im Nachhinein als Vergewaltigung dargestellt weil sie sich hierfür geschämt hatte...

Alles hatte auf einer privaten Party den Anfang gefunden. Ein Jugendlicher hat einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit einer Gleichaltrigen. Gegenüber seinen Freunden berichtet er hiervon, bittet diese aber zugleich auch, hiervon nichts weiter zu erzählen. Auch wenn er mit dem Mädchen nicht zusammen ist, liege sie ihm am Herzen und er wolle auch nicht, dass schlecht über sie geredet wird.

Die Freunde halten sich nicht daran und so macht die Geschichte auf der Schule schnell die Runde. Moralisch in die Ecke gedrängt und von den Mitschülern als "Schlampe" bezeichnet geht die betroffene zum Gegenangriff über: es ist richtig, dass es Geschlechtsverkehr gab, berichtet sie den Mitschülern. Dieser sei aber nicht einvernehmlich gewesen, sie hätte den Jungen mehrfach gebeten aufzuhören, dieser habe aber einfach weiter gemacht.

Eine Mitschülerin geht zur Vertrauenslehrerin, diese verständigt sofort die Polizei. Und so steckt das Mädchen plötzlich in einer Geschichte fest, aus der sie nicht mehr herauszukommen scheint.

In dem Gerichtsverfahren lässt sie sich sogar als Nebenklägerin zu; sie erhält somit Akteneinsicht und die Möglichkeit, die Angaben aller bisherigen Zeugen zu lesen und ihre eigenen Angaben hierauf abzustimmen.

Erst nach einer intensiven Befragung am Gericht knickt sie letztlich ein und gesteht unter Tränen, dass es doch einvernehmlicher Geschlechtsverkehr war. Bei dem Jungen entschuldigt sie sich nicht sondern verlässt den Gerichtssaal kommentarlos. Der Angeklagte wird freigesprochen.

Ihr Kontakt zu uns:

Fachanwalt für Strafrecht   
Nikolai Odebralski
Huyssenallee 99-103
45128 Essen

Telefon:  +49 201 747 188 - 0
Telefax:  +49 201 747 188 - 29
E-Mail:   info[at]ra-odebralski.de

Geschäftszeiten:
Mo. - Do.: 9:00 bis 13:00 Uhr und 14:00 bis 18:00 Uhr
Fr.: 9:00 bis 13:00 Uhr