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Mitteilungen und Verfahren

18.02.2013

Von: Nikolai Odebralski

schwerer sexueller Missbrauch: Ermittlungsverfahren gegen Vater aus Essen eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Essen hat ein Ermittlungsverfahren wegen schweren, wiederholten Kindesmissbrauchs gegen einen 48-jährigen mangels Tatverdachts eingestellt.

An diesem Fall wird einmal mehr deutlich, wie schnell ein Missbrauchsvorwurf in die Welt gesetzt wird, und welche schweren Folgen einer Falschbeschuldigung für die Betroffenen nach sich zieht:

Ein Mädchen im Alter von 20 Jahren hatte sich unvermittelt bei der Polizei gemeldet, und angegeben in ihrer Kindheit und Jugend von ihrem Vater bei einer Vielzahl von Gelegenheiten schwer sexuell missbraucht worden zu sein.

Der Vorwurf traf meinen Mandanten - einen sozial gefestigten Familienvater von 2 weiteren Töchtern - aus heiterem Himmel und völlig unvermittelt. Alleine infolge der Erhebung des Vorwurfes schaltet sich umgehend das Jugendamt ein und untersagte dem Mann mit sofortiger Wirkung jeglichen weiteren Kontakt zu den anderen Töchtern.

Die Mutter wurde vor die Wahl gestellt: sollte sie weiter mit dem Vater zusammen wohnen, würde man die Kinder bis zur Klärung der Vorwürfe in einer Pflegefamilie unterbringen. Die Frau entschied sich für die Kinder und zog in der Folge mit diesen aus.

Die älteste Tochter, welche die Vorwürfe erhoben hatte und welche schon seit ihrer Kindheit unter schweren psychischen Problemen litt, reicherte diese in der Folgezeit qualitativ und quantitativ an.

So berichtete sie bei einer weiteren Gelegenheit beispielsweise davon, nicht nur von meinem Mandanten, sondern bei einer Gelegenheit zugleich auch von dessen Bruder vergewaltigt worden zu sein. Bei einer weiteren Gelegenheit hätten beide Personen nicht nur Sie, sondern auch noch ihre Cousine vergewaltigt und auch dieser weitere, kaum vorstellbare Grausamkeiten angetan.

Bei einer Gelegenheit sei sie sogar von meinem Mandanten zunächst gefesselt und sodann in den Keller des Hauses verbracht worden, wo sie schon von einer Vielzahl von Personen erwartet worden sei. Diese seien wie Mönche verkleidet gewesen, hätten Kerzen gehalten und hierbei in lateinischer Sprache gesungen. Nachdem man ihr in dem Keller alle menschlich kaum vorstellbaren Grausamkeiten angetan hätte, sei sie anschließend von den vermummten Männern schwer sexuell missbraucht worden (unter anderem auf einem Nagelbrett und unter Vorhalt eines Maschinengewehrs), wären diese weiter in lateinischer Sprache gesungen hätten.

Es bedarf keiner weiteren Erläuterung um festzustellen, dass diese Tatvorwürfe die Ausgeburt einer Fantasie sind. Andernfalls müsste man tatsächlich davon ausgehen, dass hier mit dem menschlich grausamsten Fall der Bundesrepublik Deutschland zu tun zu haben. Weder ergaben die Ermittlungen Anhaltspunkt für die Richtigkeit der Angaben, noch konnte dies von der Cousine bestätigt werden, welche sich im Rahmen ihrer polizeilichen Vernehmung in höchstem Maße geschockt und empört über die Vorwürfe zeigte.

Allein dies reichte aber weder Staatsanwaltschaft noch Jugendamt, um den Kontakt zwischen Vater und Kindern wieder zuzulassen. Vielmehr musste erst noch ein aussagepsychologisches Gutachten eingeholt werden, welche sodann natürlich zu dem Ergebnis gelangt, dass die Angaben nicht auf einem wahren erleben basieren. Die Zeit zur Erstellung des Gutachtens nahm noch einmal etwa sechs Monaten Anspruch. Erst nachdem dieses dann vorlag, wurde das Ermittlungsverfahren gegen meinen Mandanten und seinen Bruder mangels Tatverdachts vollständig eingestellt.

Die Ehefrau ist nach der Zeit der Trennung nicht wieder zu ihrem Mann zurückgekehrt. Mein Mandant arbeitet gerade mit seinen beiden anderen Kindern die Entfremdung auf.

Die älteste Tochter, welche die Vorwürfe erhoben hatte, wurde in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Sie ist nach wie vor davon überzeugt, das ihre Angaben richtig sind.

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