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Mitteilungen und Verfahren

21.04.2013

Von: Nikolai Odebralski

Sexueller Missbrauch: OLG Köln hebt Haftbefehl gegen Rentner auf

Das Oberlandesgericht Köln hat - auf die sog. weitere Beschwerde der hiesigen Kanzlei hin - den Haftbefehl gegen einem Rentner mit sofortiger Wirkung ausser Vollzug gesetzt.

Zuvor hatten sowohl das Amtsgericht Köln, die Staatsanwaltschaft und sogar auch das Landgericht eine Wiederholungsgefahr gesehen und eine Ausservollzugsetzung strikt abgelehnt. Das OLG sah die Dinge dann zum Glück objektiv und schloss sich der im Rahmen der umfangreichen Beschwerdebegründung vorgebrachten Argumentation an: die Wiederholungsgefahr ist nicht so stark, dass sie eine Inhaftierug bis zum Prozessbeginn rechtfertigt.

In dem Verfahren selbst bestritt mein Mandant dann ein Teil der Vorwürfe, einen anderen Teil räumte er ein. Da indes nur die vermeintlich leichteren Tatvorwürfe eingeräumt worden war, musste die Zeugin vernommen werden und im Rahmen der Hauptverhandlung über die vermeintlichen sexuellen Übergriffe berichten. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass alleine eine nicht-geständige Einlassung eines Beschuldigten in derartigen einen erheblichen Strafaufschlag nach sich zieht und als uneinsichtig gewertet wird.

Nachdem das Opfer in dem Verfahren dann jedoch zur Überzeugung des Gerichtes überaus glaubhafte und nachvollziehbare Angaben zu dem vermeintlichen Geschehen gemacht hatte, entschied sich mein Mandant dazu, die Notbremse zu ziehen und nun doch einen weiteren Teil der Vorfälle einzugestehen. Zugleich wurde noch in sprichwörtlich letzter Sekunde ein sog. Täter-Opfer-Ausgleich vereinbart, welcher zu einen Strafrabatt führte.

Dennoch reichte die späte Einsicht meines Mandanten nicht, um das Gericht milde zu stimmen. Zu groß war offenbar die Verärgerung über die vorangegangene eigene Uneinsichtigkeit sowie die Korrektur der eigenen Fehleinschätzung durch das Oberlandesgericht.

Letztlich verurteilte das Gericht man Mandanten zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten, das Revisionsverfahren ist derzeit am Bundesgerichtshof anhängig.

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