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Mitteilungen und Verfahren

25.09.2013

Von: Nikolai Odebralski

4-facher schwerer Raub auf Taxifahrer in Essen: Landgericht spricht Angeklagten frei

Der Tatvorwurf war erheblich: schwerer Raub auf Taxifahrer in 4 Fällen, hierbei sollten diese unter Vorhalt einer Waffe zur Herausgabe der Tageseinnahmen aufgefordert worden sein.

 

Das Landgericht Essen hat meinen Mandanten nach insgesamt vier Verhandlungstagen von dem Tatvorwurf des schweren Raubes in 4 Fällen freigesprochen,

Insgesamt hatten vier Taxifahrer unabhängig voneinander behauptet, bei unterschiedlichen Gelegenheiten von meinem Mandanten unter Vorhalt eines Messers zur Herausgabe ihrer Tageseinnahmen aufgefordert worden zu sein. Insofern zunächst eine schwierige Situation, da die Tatvorwürfe von unterschiedlichen Personen und unabhängig voneinander erhoben worden waren.

Zudem stellte sich die Tat rechtlich dar als so genannter "schwerer Raub mit Waffe" dar, wofür der Gesetzgeber eine Mindestfreiheitsstrafe von fünf Jahren pro Fall (!) vorsieht.

In der Verhandlung gestand mein – wegen Betruges vielfach vorbestrafter - Mandant sodann, in den Taxis gewesen zu sein und die Taxifahrer betrogen zu haben.

Konkret habe er sie jeweils darum gebeten, ihm zunächst kurz ein wenig Geld zu leihen, damit er etwas kaufen könne, was sie auch jeweils getan hätten. Daraufhin hätte er sich dann entfernt und sei nicht wieder zurückgekommen. Er habe die Taxifahrer insofern zwar betrogen, mit einem schweren Raub habe er jedoch nichts zu tun. Er sei ein Betrüger und kein Räuber.

Die sich sodann anschließende Vernehmung der Taxifahrer gestaltete sich für die Verteidigung äußerst interessant, da in jeder Geschichte Widersprüche und Auslassungen herausgearbeitet werden konnten. Letztlich waren die Geschichten von einem durch meinen Mandanten verübten Raub in keinem der Fälle mehr glaubhaft; zu massiv waren die Wiedersprüche, zu unlogisch die Schilderungen zum angeblichen Tathergang.

Insgesamt konnte das Gericht sodann davon überzeugt werden, dass die Taxifahrer meinem Mandanten das Geld aus den jeweiligen Tageseinnahmen des Taxiunternehmens tatsächlich zunächst geliehen hatten.

Aus Angst davor, später von dem Taxiunternehmen auf Rückzahlung in Regress genommen zu werden, sei sodann die Behauptung von dem Raub aufgestellt worden, welche hinsichtlich der eigenen Haftung eine völlig andere Rechtsfolge entfaltet, als das Ausleihen des fremden Geldes.

Die Folge: Freispruch von allen Vorwürfen des schweren Raubes, hierfür lediglich eine Verurteilung wegen Betruges in vier Fällen.

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