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Mitteilungen und Verfahren

13.03.2014

Von: Nikolai Odebralski

Vergewaltigung: Bewährungsstrafe

2 Jahre auf Bewährung für einen jungen Mann wegen des Tatvorwurfes der sexuellen Nötigung im besonders schweren Fall bzw. Vergewaltigung.

 

Der junge Mann marokkanischer Herkunft hatte sich regelmäßig mit einer Landsfrau getroffen und man war sich im Rahmen dieser Treffen näher gekommen.

Etwa bei dem fünften Treffen tauschte man verstärkt Intimitäten aus und vollzog - zunächst einvernehmlich - Geschlechtsverkehr. Währenddessen wollte die junge Frau diesen aber nicht fortsetzen und bat den späteren Angeklagten aufzuhören, was dieser aber nicht tat. Auch gegen den verbal geäußerten Willen der Frau, welche den Mann auch versuchte wegzudrücken, führte dieser den Geschlechtsverkehr noch etwa 30 Sekunden weiter durch, bevor er diesen letzlich abbrach.

Eine solche Handlung ist juristisch eine unzweifelhaft eine Vergewaltigung, da hier der Geschlechtsverkehr gegen den Willen der betroffenen Person vorgenommen wird. Hierfür sieht der Gesetzgeber eine Freiheitsstrafe von mindestens 2 Jahren vor, wobei eine Freiheitsstrafe von mehr als 2 jahren nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Den Weg in die Bewährung ermöglichte hier ein sog. Täter-Opfer-Ausgleich, bei welchem sich der vermeintliche Täter in der Regel nicht nur bei dem Opfer entschuldigt, sondern auch einen Geldbetrag an die Geschädigte bezahlt, um seinem Bedauern tatsächlich Ausdruck zu verleihen. Und ebenso wurde es in dem Verfahren gegen meinen Mandanten gehandhabt, indem dieser der Geschädigten die Zahlung eines mittleren vierstelligen Betrages anbot. Dies ermöglichte dem Gericht dann, von der gesetzlich vorgesehenen Mindeststrafe abzuweichen und doch noch eine Bewährungsstrafe zu verhängen.

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