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Mitteilungen und Verfahren

26.04.2014

Von: Nikolai Odebralski

trotz 31 Vorstrafen: noch mal Bewährung

Ein Verteidigungsergebnis, was bei der Mehrheit der Bevölkerung wohl auf Unverständnis stoßen dürfte: das Landgericht Essen hat Milde vor Recht ergehen lassen und einem vielfach vorbestraften Mann noch eine letzte Chance gegeben.

 

Der Mann mittleren Alters war in der Vergangenheit nahezu jährlich Gast in deutschen Gerichtssäälen gewesen und zu bereits zu unterschiedlichenen Straffen verurteilt worden. Und dennoch schoen es keine Strafe zu geben, die ihn davon abhielt, weiter straffällig zu werden.

So kam es auch Ende 2012 dazu, dass der Mann versuchte, unterschiedliche Dinge aus den geschäftsräumen einer Karstadt-Filiale zu entwenden - und hierbei wieder einmal erwischt wurde. The same procedure as every year.

Hintergrund der Straftaten war aber die Tatsache, dass der Mann drogenabhängig war und das Geld aus den Verkäufen für die Finanzierung seiner Sucht benötigte. 

Nach der Straftat Ende 2012 setzte dann aber ein Umdenken bei dem Mann ein. Er kam für sich zu dem Ergebnis, dass Drogen eigentlich auf Dauer nicht gut für den Körper sind, das Leben verkürzen und er ohnehin jetzt schon lange genug abhängig war; es wäre an der Zeit, die Karriere als Betäubungsmittelabhängiger an den Nagel zu hängen.

Und diesen Plan setzte der Mann konsequent um: er ließ sich in eine therapeuthische Einrichtung einweisen und blieb dort drogenfrei bis zur Verhandlung vor dem Landgericht Essen im April 2014.

Auchz trotz der vielen (einschlägigen) Vorstafen kamen die Richter hier zu dem Ergebnis, dass von dem Mann angesichts der nun grundlegenden Änderung der Lebensumstände nicht die Gefahr der Begehung weiterer Straftaten ausgeht und ihm somit eine sog. positive Sozialprognose zu stellen ist.

Damit konnte die Haftstrafe letztlich noch ein letztes mal zur Bewährung ausgesetzt werden. jedoch warnte der Richter den Mann noch in der Urteilsbegründung eindringlich: "wenn Sie noch ein einziges mal straffällig werden ist Schluss, dann folgt die Zwangseinweisung in eine geschlossene Einrichtung - oder in die Psychiatrie".

 

 

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