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Mitteilungen und Verfahren

13.07.2014

Von: Nikolai Odebralski

Vergewaltigung: Verfahren mangels Tatverdacht eingestellt (StA Hamburg)

Mangels Tatverdachts hat die Staatsanwaltschaft Hamburg das Ermittlungsverfahren gegen einen 46-jährigen eingestellt. Dieser war von einer 10 jahre jüngeren Frau der Vergewaltigung bezichtigt worden; wie sich herausstellte war er nicht der erste, den die Frau wegen einer solchen Tat zu Unrecht angezeigt hatte.

 

 

Es ist wahrscheinlich der Albtraum jedes Mannes:

man lernt auf einer Veranstaltung – hier eine Veranstaltung in Hamburg - eine Frau kennen, versteht sich mit ihr gut und beschließt die Feier gemeinsam zu verlassen und sich ein Hotelzimmer zu nehmen. Hier kommt es dann zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr. Auf dem Zimmer ist alles in Ordnung, auch am nächsten Morgen verabschiedet man sich noch völlig normal.

Kurze Zeit später erscheint die Polizei bei dem man zuhause und vollstreckt ein Durchsuchungsbeschluss. Der Mann, welcher sich erst gar nicht erklären kann, was er falsch gemacht haben soll, erfährt dann, dass die Frau ihn wegen vermeintlicher Vergewaltigung angezeigt hat.

So war es einem meiner Mandanten aus Hamburg ergangen.

Der Mann hatte die Frau auf einer Feier in Hamburg kennen gelernt und hatte die Nacht in einem Hotelzimmer verbracht. Kurze Zeit später wurde ihm der Vorwurf der Vergewaltigung eröffnet.

Der Mann hatte mit der Polizei noch nie etwas zu tun gehabt und war mit diesem Vorwurf vollkommen überfordert. Er wandte sich dann an die hiesige Kanzlei, da er einen Rechtsanwalt suchte welcher sich auf die Bearbeitung entsprechender Mandate spezialisiert hat, sich hier gut auskennt und derartige Verfahren außergrichtlich zum Abschluss bringen kann. 

Der Inhalt der Ermittlungsakte überraschte nicht nur den Mandanten sondern auch mich nicht wenig, ergab sich doch heraus, dass bereits in der Vergangenheit viele unterschiedliche Personen von der Frau in ähnlichen Situationen wegen Vergewaltigung angezeigt worden waren. Bestätigt hatte sich der Vergewaltigungsvorwurf indes in keinem der Fälle - jedes der Verfahren war mangels Tatverdachts eingestellt worden.

Nachdem dann eine umfangreiche Verteidigerschrift abgegeben wurde, auf welcher nicht nur auf die Widersprüche in der Aussage sondern auch die gesamten Umstände noch einmal detailliert aufbereitet und hervorgehoben wurden, stellte die Staatsanwaltschaft Hamburg das Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung auch gegen meinen Mandanten mangels Tatverdacht ein.

Diese Einstellung wird aber die sozialen Nachteile nicht ausgleichen können, welche der Mann durch den Vorwurf erlitten hat. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Staatsanwaltschaft irgendwann einmal ein Verfahren gegen die Frau wegen falscher Verdächtigungen, Vortäuschen einer Straftat und übler Nachrede einleiten wird, um der Frau das Handwerk zu legen.

Hierzu hat man sich aber bislang nicht veranlasst gesehen.

 

 

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