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Mitteilungen und Verfahren

20.08.2014

Von: Nikolai Odebralski

Missbrauchsvorwurf: Staatsanwaltschaft Essen stellt Ermittlungsverfahren ein

Wegen "sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen in mehreren Fällen" hatte die Staatsanwaltschaft gegen einen 44jährigen Familienvater aus Essen ermittelt.

 

Meinem Mandanten hatte man zur Last gelegt, einer Schulfreundin seiner seinerzeit fünfzehnjährigen Tochter sexuell missbraucht zu haben. Angesichts eines - aus Sicht der Staatsanwaltschaft Essen - bestehenden Anfangsverdachts hinsichtlich der Begehung einer Straftat, hatte man das Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet.

Dass allein dies innerhalb der Familie zu erheblichen Spannungen führte, liegt auf der Hand.

Hierbei war aber von Anfang an unverständlich, welcher Straftatbestand überhaupt - unterstellt man die im Raum stehenden Vorwürfe einmal theoretisch als richtig - verwirklicht sein sollte.

Ein sexueller Missbrauch von Jugendlichen kam jedenfalls nicht in Betracht, ebenso wenig ein sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen. Denn nach den Schilderungen des vermeintlich geschädigten Mädchens kannte diese meinen Mandanten lediglich im Zuge der Freundschaft zu seiner Tochter; nach den vom Bundesgerichtshof aufgestellten Anforderungen an die Stellung als "Schutzbefohlener", genügt dies jedenfalls nicht (bitte lesen Sie zu diesem Thema auch den ausführlichen Beitrag zum Thema: sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen).

Letztlich wies die Verteidigung auf den Umstand hin, dass bereits aus rechtlicher Hinsicht gar keine Straftatbestände verwirklicht sein könnten und es somit auf die Richtigkeit der Aussage des vermeintlichen Opfers nicht ankomme.

Nach Aufzählung von entsprechenden Referenzentsprechung der obersten Gerichte schloss sich die Staatsanwaltschaft dem Antrag an und stellte das Verfahren letztlich mangels Tatverdacht ein.

 

 

 

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