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Mitteilungen und Verfahren

09.10.2014

Von: Nikolai Odebralski

Dortmund: Verfahren wegen Kindesmissbrauch eingestellt

Eine psychisch gestörte junge Frau hatte ihrem mittlerweile 82-jährigen Opa vorgeworfen, sie insgesamt mehr als 150 mal schwer sexuell missbraucht zu haben...seltsam war schon, dass das Kind aber nicht annähernd so oft bei den Großeltern übernachtet hatte; auch bei den Familientreffen war der Großvater nie mit dem "Opfer" alleine gewesen.

 

 

Die Vorwürfe stellten die Familie vor eine Zerreißprobe, so wusste insbesondere der Sohn des Beschuldigten und Vater des vermeintlichen Opfers sich nicht zu positionieren. Denn während der Beschuldigte die Taten vehement und nachhaltig bestritt, behauptete die Tochter die Richtigkeit ihrer Angaben. Auch die übrigen Familienmitglieder befanden sich in einem dauerhaften inneren Konflikt angesichts der Vorwürfe.

Nun die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Dortmund: das Verfahren ist mangels Tatverdachts einzustellen.

Denn ein (auf Veranlassung der Verteidigung) beantragtes - und von der Staatsanwaltschaft Dortmund sodann auch in Auftrag gegebenes – aussagepsychologisches Gutachten forderte ein klares Ergebnis zu Tage:

zum Zeitpunkt der Behauptungen - diese wurden erst viele Jahre später erhoben - fühlte sich das Mädchen in der Familie zurückgesetzt und hatte daher ein erkennbares Motiv zur Falschaussage. Darüber hinaus müsse man ernsthaft davon ausgehen, dass infolge der zwischenzeitlich vielfach mit der Mutter geführten Gespräche über das vermeintliche Geschehen die Grenzen zwischen Wahrheit und Erinnerung verwischt worden sein. Dies gelte insbesondere angesichts der ohnehin bestehenden psychischen Störung (mehrere Klinikaufenthalte) seitens des vermeintlichen Opfers.

Somit könne aus gutachterlicher Sicht jedenfalls kein sexueller Missbrauch von Kindern durch den Beschuldigten bestätigt werden, zu stark sein die Indizien die gegen eine solche Tat sprechen.

Insofern sei der einzig richtige Weg, das Verfahren einzustellen.

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