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Mitteilungen und Verfahren

01.12.2014

Von: Nikolai Odebralski

Essen: Verfahren wegen sexueller Nötigung eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Essen hat ein Verfahren gegen einen jungen Mann aus Essen eingestellt, gegen den wegen des Vorwurfes der sexuellen Nötigung im besonders schweren Fall bzw. Vergewaltigung in mehreren Fällen zum Nachteil seiner Ex-Freundin ermittelt worden war.

 

 

 

Der junge Mann (19) wurde von den Vorwürfen völlig überrascht:

etwa 2 Monate nach der Trennung und seiner Freundin (17), mit welcher er etwa ein halbes Jahr in einer Beziehung gelebt hatte, ging bei ihm die Vorladung zu Beschuldigtenvernehmung ein. Grund des Verfahrens war der gegen ihn - seitens der Ex-Freundin geäußerter - Verdacht der sexuellen Nötigung im besonders schweren Fall bzw. Vergewaltigung.

Die Frau gab gegenüber der Polizei an, mein Mandant habe sie während der Beziehung zu Dingen gezwungen, welche sie nicht gewollt habe; so habe er sie bei sexuellen Handlungen beispielsweise zu grob angefasst. Dies habe sie jedoch während der Beziehung nicht gestört, erst im Nachhinein sei ihr aufgefallen, dass dies nicht in Ordnung gewesen sei. Ebenfalls erst nachträglich habe Sie meinen Mandanten überhaupt davon erzählt, dass ihr seine Art der Herangehensweise in intimen Dingen überhaupt missfällt; während der Beziehung hatte sie auf Nachfrage mehrfach betont, dass alles in Ordnung sei.

Nunmehr habe sie sich aber - nach dem Ende der Beziehung - mit der Situation noch einmal auseinandergesetzt und zu dem Ergebnis gekommen, dass es richtig wäre, meinen Mandanten wegen mehrfacher sexueller Nötigung während der Beziehung anzuzeigen.

Der junge Mann, dessen Herz ohnehin noch ein Stück weit an seiner Exfreundin hin, wurde durch die gegen ihn erhobenen Vorwürfe doppelt getroffen, denn er hat sich nicht nur juristisch zu verantworten sondern die Ex-Freundin erzählte von den vermeintlichen Übergriffen auch umfassend in dem gemeinsamen Freundes- und Bekanntenkreis, was für meinen Mandanten zu erheblichen sozialen Nachteilen führte.

Am Ende war alles viel Lärm um nichts: die Staatsanwaltschaft schloss sich vollumfänglich der Rechtsauffassung der Verteidigung an, wonach es im vorliegenden Fall zu einer so genannten retrospektive Verzerrung von Erinnerungen gekommen sein muss. Anders liess sich jedenfalls nicht erklären, weshalb sie während der Beziehung Einvernehmen signalisierte, sodann aber eine Anzeige wegen sexueller Nötigung erstattet hatte.

Im Ergebnis wohl das Verfahren mangels Tatverdachts eingestellt.

 

 

 

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