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Mitteilungen und Verfahren

05.02.2015

Von: Nikolai Odebralski

Bewährungsstrafe nach Geständnis und Täter-Opfer-Ausgleich (LG Essen)

Für den sexuellen Missbrauch von Kindern in sechs Fällen - hierunter in einem Fall schwerem Missbrauch - verurteilte das Landgericht Essen jüngst den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und setzte die Vollstreckung zugleich zur Bewährung aus.

Der Verurteilung war ein Geständnis des Beschuldigten vorausgegangen, durch welches dem Opfer eine detaillierte Aussage zu sämtlichen Übergriffen in der Hauptverhandlung erspart wurde.

Darüber hinaus hatte der Beschuldigte bereits zu einem frühen Zeitpunkt eine hohe Summe Schmerzensgeld für gezahlt und hierdurch den Weg für eine Strafrahmenmilderung im Rahmen eines so genannten Täter-Opfer-Ausgleichs geebnet.

(Hinweis: Die Vorschrift des § 46a StGB ermöglicht es dem Gericht, die Freiheitsstrafe bei Vereinbarung und Durchführung eines entsprechenden Ausgleiches zu mildern. Hierdurch gelingt in entscheidenden Fällen regelmäßig eine Absenkung der - für den Fall des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern nach § 176a Abs. 2 StGB vorgesehenen - Mindestfreiheitsstrafe von zwei Jahren auf ein Jahr; dies ist von besonderer Wichtigkeit, da eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden kann, § 56 Abs. 2 StGB).

Das Gericht folgte damit vollumfänglich im Antrag der Verteidigung. Nicht nur für den Mann, sondern auch für die Geschädigte geht hiermit eine nervenaufreibende Zeit zu Ende; eine das Verteidigungsziel erreicht wurde, wurde im Anschluss an die Urteilsverkündung auf die Einlegung von Rechtsmitteln verzichtet.

Der Mann erhält im Rahmen seiner Bewährung die Auflage, die von ihm bereits begonnene Therapie zur Behandlung der sexuellen Präferenzstörung fortzusetzen.

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