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Mitteilungen und Verfahren

04.05.2015

Von: Nikolai Odebralski

Essen: beantragtes Gutachten widerlegt Missbrauchsvorwurf

Ein durch die Verteidigung beantragtes aussageanalytisches (bzw. aussagepsychologisches) Gutachten hat einen gegen unseren Mandanten erhobenen Missbrauchsvorwurf eindeutig widerlegt und so den Weg zur verfahrenseinstellung bereitet.

Dem jungen Mann war vorgeworfen worden, im Rahmen einer Feier unter Jugendlichen ein junges Mädchen aus der Gruppe isoliert, ins Gebüsch gezerrt und hier gegen ihren Willen nicht nur sexuell genötigt sondern sodann auch vergewaltigt zu haben.

In dieser Situation wandten sich der Junge und seine Eltern verzweifelt an unsere Kanzlei, um diese falschen Vorwürfe richtig zustellen; der junge Mann war bislang noch nie polizeiliche Erscheinung getreten, führte ein redliches Leben und war von den vorgebrachten Vorwürfen emotional sichtlich mitgenommen.

Er beteuerte, dass es im Rahmen der Feier zu dem einvernehmlichen Austausch von Zärtlichkeiten gekommen war. Keinesfalls sei etwas gegen den Willen des Mädchens passiert - was diese aber wiederum anders schilderte, jedenfalls soweit Angaben hierzu angesichts des massiven Alkoholkonsums überhaupt noch gemacht werden konnten.

Die Aufgabe der Verteidigung bestand sodann darin, die umfangreichen Aussagen der "Geschädigten" und sämtlicher anderer anwesender auf der Feierlichkeit inhaltlich zu würdigen, auf Widersprüche zu überprüfen und der Staatsanwaltschaft aufzubereiten.

Schon früh ergab sich das Bild deutlicher Widersprüchlichkeiten in einem Umfang, das bei erlebnisbasierten Vorwürfen so nicht zu erwarten ist. Unter Würdigung dieser Erkenntnisse beantragte die Verteidigung sodann ein aussagepsychologisches Gutachten, um die falschen Vorwürfe letztlich auch noch einmal mit wissenschaftlicher Unterstützung widerlegen zu lassen. Letztlich bestätigte auch die aussagepsychologische Sachverständige, dass die Angaben so sicherlich nicht auf einem tatsächlichen Erleben basieren können, was nicht nur angesichts der Angaben an sich, sondern auch unter Berücksichtigung der charakterlichen Besonderheiten der Zeugin gelten musste.

Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens bereitete die Verteidigung sodann die gesamten Widersprüchlichkeiten schon vorab für die aussagepsychologische Sachverständige auf, um dieser den Weg zur Widerlegung der Angaben zu erleichtern.

Entsprechend dieser der umfangreichen und sorgfältigen Ausarbeitung schloss sich die Sachverständige in ihrem aussagepsychologischen Gutachten sodann auch in größten Teilen den vorbereitenden Ausführung der Verteidigung an und beurteilte die Aussage ebenfalls als "nicht erlebnisbasiert".

Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren sodann mangels Tatverdachts eingestellt; auch hier zeigt sich einmal wieder das eine frühzeitige Intervention eines spezialisierten Verteidigers einer bereits vorzeitige Verfahrenseinstellung bewirken und so eine belastende Gerichtsverhandlung verhindern kann.

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