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Mitteilungen und Verfahren

29.05.2015

Von: Nikolai Odebralski

kein Missbrauch durch Nachbarn: Verfahren eingestellt (Essen)

Einmal mehr eine klassische Falschbeschuldigung: eine psychisch Kranke junge Frau beschuldigt plötzlich ihren - völlig redlichen - Nachbarn, sie im Kindesalter vielfach missbraucht zu haben.

Anlass des Verfahrens war die seitens einer Frau unvermittelt erhobenen Anschuldigung der sexuellen Übergriffe durch ihren Nachbarn während des Kindesalters; die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf wegen eines vermeintlichen vielfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Hilfe suchend wendet sich der Beschuldigte sodann in dieser unschönen Angelegenheit an unsere Kanzlei.

Im Rahmen einer umfassenden Verteidigererklärung wurden der Staatsanwaltschaft sodann - unter Einbeziehung aktueller Rechtsprechung und entsprechender psychologischer Fachliteratur - die Widersprüchlichkeiten in der Aussage der Anzeigeerstatterin aufbereitet und hierdurch schon früh der Weg in die Verfahrenseinstellung geebnet.

Auffällig war im vorliegenden Fall nicht nur die Tatsache, dass die Anzeigeerstatterin zwischenzeitlich vielfach in den Genuss psychiatrischer Behandlungen gekommen war. Zudem hatte sie in der Vergangenheit auch weitere Falschbeschuldigungen gegen Personen aus ihrem sozialen Nahbereich erhoben.

Das sodann von der Verteidigung beantragte aussagepsychologische Gutachten bestätigte die Unrichtigkeit der Angaben. Die Beschuldigungen seien aus aussagepsychologischer Sicht jedenfalls "nicht als erlebnisbasiert“ anzusehen. Damit war das Verfahren mangels Tatverdachts einzustellen; im Verurteilungsfalle hätte unserem Mandanten sicherlich eine mehrjährige Haftstrafe gedroht.

Der vorliegende Fall macht wieder einmal zwei Dinge deutlich:

zum einen, dass niemand gegen eine Falschbeschuldigungen in diesem Bereich gewappnet ist; zum anderen aber auch, dass eine gute und engagierte Verteidigertätigkeit (zu einem frühen Zeitpunkt) die Beschuldigten davor bewahrt, überhaupt vor Gericht erscheinen zu müssen.

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