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Mitteilungen und Verfahren

18.06.2015

Von: Nikolai Odebralski

Kein Missbrauch durch Bruder: Verfahren eingestellt (Duisburg)

Ein weiterer tragischer Fall der klassischen Falschbeschuldigung ereignete sich Anfang des Jahres 2015 in Duisburg:

 

eine junge Frau erschien auf der Polizeiwache und behauptete, als Kind durch ihren Bruder bei einer Vielzahl von Gelegenheiten sexuell missbraucht worden zu sein. Hierbei hätte sich das Geschehen über mehrere Jahre erstreckt, der ältere Bruder hätte sie nachts regelmäßig im Kinderzimmer aufgesucht, sich mit ins Bett gelegt und hier dann schwerer Sexualstraftaten zum Nachteil der Anzeigeerstatterin (Schwester) vorgenommen.

Der Beschuldigte wandte sich Hilfe suchend an unsere Kanzlei und die Ermittlungsakte enthielt interessante Angaben:

im Rahmen der Vernehmungen hatte die junge Frau angegeben, ihrer gesetzlichen Betreuerin erstmalig von den vermeintlichen Übergriffen durch unseren Mandanten berichtet zu haben. Die Betreuerin ihrerseits konnte sich tatsächlich an einen derartigen Bericht erinnern - war jedoch sichtlich irritiert darüber, dass nunmehr der Bruder der Täter sein sollte. Denn ihr gegenüber war stets angegeben worden, die Missbrauchshandlungen sein durch den Vater erfolgt.

Wenig nachvollziehbar war auch der Umstand, dass die vermeintlich geschädigte Schwester angab, ihrer ehemals besten Freundin schon als Kind von den sexuellen Übergriffen in ihrer Familie erzählt zu haben - diese aber im Rahmen ihrer Vernehmung angab dass ein derartiges Gespräch "sicherlich nicht gegeben" habe.

Letztlich bestätigte ein Vermerk des Jugendamtes, dass mein Mandant nicht die erste Person war, welche durch die - im übrigen psychisch hochgradig gestörte Zeugen (Borderline) - mit falschen Missbrauchsvorwürfen überzogen worden war, alleine beim Jugendamt waren die Erstattung von sieben (!) anderen Strafanzeigen wegen vermeintlicher Missbrauchstaten bekannt, welche sich alle nicht bewahrheitet hatten.

Letztlich handelt es sich hier einmal mehr um den tragischen Fall einer klassischen Falschbeschuldigung. 

Unverständlich an diesem Konzession ist nur, dass die Staatsanwaltschaft gegen die Anzeigeerstatterin keine Verfahren wegen falscher Verdächtigung oder Vortäuschen einer Straftat einleitet, sondern entsprechende Verfahren immer unter Hinweis auf die vermeintliche Aussage-gegen-Aussage-konstellation ebenfalls eingestellt werden; auch wenn die falsch Beschuldigung - wie hier - eindeutig nachweisbar ist.

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