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Mitteilungen und Verfahren

21.07.2015

Von: Nikolai Odebralski

keine Vergewaltigung: Ermittlungen eingestellt (Köln)

"keine Anhaltspunkte für strafbare Handlungen, wir gehen von einem einvernehmlichen Geschehen aus" - so das Fazit der Staatsanwaltschaft Köln.

 

Gegen meinen Mandanten wurde wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung im besonders schweren Fall - Vergewaltigung - zum Nachteil einer gleichaltrigen Frau ermittelt.

Die Frau hatte angegeben, meinen Mandanten über das Internet kennen gelernt zu haben. Nach kurzer Zeit hätte sie sich mit ihm getroffen, man habe etwas getrunken und sei gemeinsam zu ihr nachhause gegangen. Hier habe man begonnen Zärtlichkeiten auszutauschen, anschließend habe der Mann aber sexueller Handlungen gegen ihren Willen vorgenommen. Sie habe sich hierbei gewehrt und um Hilfe gerufen, der Mann habe aber nicht von ihr abgelassen und sie vergewaltigt.

Seltsam war an dieser Darstellungsweise aber, dass mein Mandant danach nicht nur bei der Belastungszeugin übernachtet, sondern auch nachweislich am kommenden Morgen mit ihr und ihrer Mitbewohnerin ausgiebig gefrühstückt hatte; bei diesem Frühstück war alles in Ordnung gewesen und man hatte gemeinsam gelacht und gescherzt.

Nicht recht in die Darstellung einer Vergewaltigung passte auch eine Textnachricht, welche die angeblich Geschädigte am Morgen nach dem Vorfall einer Freundin schrieb, dieser hatte den Inhalt: "ich hatte heute Nacht tollen Besuch, wir hatten Sex ;)"

Unverständlich war letztlich auch, weshalb die Beschuldigung erst Wochen nach der angeblichen Tat erhoben wurde also zu einem Zeitpunkt, in welchem sich das angebliche Opfer mit meinem Mandanten aufgrund der Tatsache zerstritten hatte, dass sie mit ihm eine Beziehung wollte und er dies aber ablehnte.

Nach gründlicher Analyse der Situation kann die Verteidigung zu dem Ergebnis, dass es sich hier um eine bewusste Falschbeschuldigung handeln musste. Die entsprechenden Begründungen wurden dann der Staatsanwaltschaft aufbereitet sowie eine Analyse der Aussage der Belastungszeugin vorgenommen, welche die behauptete Vergewaltigung in Köln widerlegte.

Letztlich wurde das Verfahren dann von der Staatsanwaltschaft mangels Tatverdacht eingestellt, eine Strafanzeige gegen die Falschbeschuldigerin ist aber (leider wieder einmal) nicht erfolg.

So sehr die Einstellung auch zu begrüßen sein mag, die leider stets zögerliche Haltung der Staatsanwaltschaft dahingehend, falsche Verdächtigungen in diesem Bereich hartnäckig zu verfolgen führt zu einer Art Freibrief; denn wer einen Vergewaltigungsvorwurf zu Unrecht erhebt hat leider nicht mit Konsequenzen zu rechnen - auch wenn die falsche Beschuldigung absolut offensichtlich ist.

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