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Mitteilungen und Verfahren

06.09.2016

Missbrauch: Vorwürfe gegen Familienvater nachweislich unrichtig (Dortmund)

Ein aussagepsychologisches Gutachten hat der Familie und den Freunden des Beschuldigten offiziell Gewissheit gebracht: der Familienvater aus Dortmund hat seine jüngste Tochter nicht sexuell missbraucht. Die belastenden Angaben seinen mit weit überwiegender Wahrscheinlichkeit "nicht erlebnisbasiert", so das Fazit der Gutachterin.

Innerhalb der Familie war es vor Erhebung der Vorwürfe zu Streitigkeiten über allgemeine Themen gekommen; beispielsweise darüber wie lange die seinerzeit 15-jährige Tochter abends mit ihren Freunden draußen bleiben darf bzw. in welchem Umfang Kontakte zu dem älteren Freund erlaubt sind.

Über entsprechende Streitpunkte verschlechterte sich das Verhältnis nach und nach: die pubertierende Tochter äußerte mit der Zeit immer häufiger, mehr Freiräume zu wollen und am liebsten ausziehen zu wollen - was die Eltern verweigerten.

Mein Mandant hielt es sodann für einen schlechten Witz, als die Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung wegen sexuellem Missbrauch von Kindern der Polizei Dortmund zum Nachteil seiner Tochter beim einging. Das Mädchen hatte sich an das Jugendamt gewendet, welches eine aktuelle Krisenintervention vornahm und die Tochter in einer betreuten Wohngruppe unterbrachte. Angesichts der Vorwürfe sei ein Leben im Elternhaus nicht mehr möglich.

Das Verfahren zog sich über Monate hin. Die Verteidigung drängte auf eine schnelle Einstellung um das für die gesamte Familie sehr belastendes Strafverfahren schnell abzuschließen; die belastenden Angaben waren bereits zu diesem Zeitpunkt nicht sonderlich glaubwürdig und erschöpften sich in pauschal gehaltenen und floskelhaft vorgebrachten Missbrauchsanschuldigungen.

Die Staatsanwalt Dortmund sah sich indes nicht in der Lage, eigenständig entscheiden und verlagerte die Entscheidung auf ein aussagepsychologisches Gutachten welches darüber befinden sollte, ob die Vorwürfe auf einem tatsächlichen Erleben basieren oder nicht. Es dauerte sechs Monate, bis das Gutachten endlich vorlag; erwartungsgemäß gelangte dieses einem eindeutigen Ergebnis: die Vorwürfe seien interessengeleitet erhoben worden und zudem inhaltlich nicht glaubwürdig. Mithilfe dieser gedanklichen Unterstützung wurde das Strafverfahren sodann mangels Tatverdachts eingestellt.

Im vorliegenden Fall ist jedoch das Fazit zu ziehen, dass eine Einstellung auch ein halbes Jahr vorher und ohne einen sprechendes Gutachten möglich gewesen wäre.

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