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Mitteilungen und Verfahren

13.10.2017

Von: Nikolai Odebralski

Vergewaltigung: Aussagen unglaubwürdig - Verfahren eingestellt (Meiningen)

"kein hinrichender Tatverdacht" - so das Fazit der Staatsanwaltschaft Meiningen zum Abschluss der Ermittlungen gegen einen jungen Mann wegen des Vorwurfes der Vergewaltigung.

 

Dem jungen Mann Mann hatte man vorgeworfen, er habe sich auf einen Zeltplatz einer dort ebenfalls anwesenden Camperin zunächst freundschaftlich genährt.

Nachdem man sich dann nach vorangegangenem Alkoholkonsum in nicht unerheblichen Ausmaß tatsächlich näher gekommen und anschließend gemeinsam in das Zelt der jungen Dame gegangen sei, sei es hier zu sexuellen Kontakten gekommen - gegen den Willen der Frau, welche sich später als "Geschädigte" benennen ließ.

Ungewöhnlich an dieser Konstellation war bereits zu Beginn, dass der Vorwurf der Vergewaltigung gegen meinen Mandanten - d.h.: er habe sexuelle Handlungen gegen den erkennbaren Willen der Frau vorgenommen - erst im Anschluss daran erhoben wurden, dass dem Freund der jungen Frau einige Tage später von der Übernachtung meines Mandanten in deren Schlafsack berichtet worden war.

Mit dem Rücken zur Wand "beichtete" diese sodann ihrem Partner, es sei richtig, dass sie mit meinem Mandanten etwas getrunken und geredet habe, später habe sie diesem angeboten in ihrem Zelt zu schlafen- does indes aus Gründen der Fürsorge da sie nicht mehr sicher war, ob dieser den Weg zurück zu seinem Schlafplatz finden würde (welcher nach Aktenlage etwa 700 m betrug).

Hier habe man sich dann gemeinsam hingelegt, sexuelle Kontakte habe sie nicht gewollt. Diese habe mein Mandant vielmehr plötzlich und gegen ihren Willen zu ihrem Nachteil vorgenommen; warum sie sich in dem Zelt nicht gewehrt oder währenddessen um Hilfe gerufen habe, könne sie heute nicht mehr sagen.

Der Freund reagierte erwartungsgemäß sehr verständnisvoll, und drängte seine Partnerin zu einer Strafanzeige gegenüber der Polizei - was diese zunächst nicht wollte, sich sodann aber durch die Beharrlichkeit ihres Partners letztlich doch hierzu überreden ließ.

Im Ergebnis konnte von Seiten der Verteidigung sodann eine Vielzahl entlassener Umstände vorgebracht werden, darüber hinaus führte eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Aussage der Belastungszeugen dazu, dass der Vorwurf der Vergewaltigung - in Form des sexuellen Kontaktes gegen den Willen einer Person - nicht gefolgt werden konnte. Das Verfahren wurde eingestellt.

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