Sexualdelikte –

(Tätigkeitsschwerpunkt der Kanzlei)

Der sog. Täter-Opfer-Ausgleich als Grund für eine Milderung der Strafe

I.

Ein sog. Täter-Opfer-Ausgleich, gesetzlich geregelt in § 46a StGB, kommt immer dann in Betracht, wenn die gegen den Beschuldigten vorgebrachten Tatvorwürfe zutreffend sind und beabsichtigt ist, die Vorwürfe geständig einzuräumen. 

Beabsichtigt der Beschuldigte, zu den Tatvorwürfen zu Schweigen oder diese sogar aktiv zu betreiten, kommt ein sog. TOA von vornehrein nicht in Betracht. Der Grund liegt darin, dass der TOA neber einer - zumeist finanziellen - Ausgleichsbemügung voraussetzt, dass der Beschuldigte die Rolle des Opfers als solches vollumfänglich anerkennt.

(ein Sonderfall kann vorliegen, wenn der Täter bei mehreren Vorwurfen - beispielsweise bei behaupteten 10 Fälles des sexuellen Missbrauches - lediglich einen Teil - hier beispielsweise: 5 Fälle - eingesteht, den Rest aber bestreitet. Hier ist dann trotzdem die Durchführung eines antsprechenden Ausgleiches möglich, aber nur bezogen auf die eingestandenen Fälle)

II.

Die große Chance eines Täter-Opfer-Ausgleiches für den Beschuldigten liegt darin, dass dieser dem Tatrichter die Möglichkeit eröffnet, von dem gesetzlich vorgesehenen Mindeststrafrahmen abzuweichen. Liegt beispielsweise beim Tatbestand der Vergewaltigung schon die Mindeststrafe bei 2 Jahren (pro Fall), so kann nach einem durchgeführten Ausgleich auch eine Strafe von unter 2 Jahren verhängt werden, was für den Beschuldigten die Möglichkeit mit sich bringt, noch eine Bewährunhgsstrafe bekommen zu können.

In weniger gravierenden Fällen - wie beispielsweise beim sexuellen Missbrauch von Kindern, wo die Mindestfreiheitsstrafe bei 6 Monaten liegt (pro Fall) - kann ein solcher Ausgleich für den geständigen Beschuldigten die Möglichkeit eröffenen, eine öffentliche Hauptverhandlung zu vermeiden und eine außergerichtlich Einstellung im Strafbefehlswege zu ermöglichen.

Es wird deutlich: Ein sog. TOA bietet eine wichtige Chance für den Strafverteidiger, um gestaltend auf das Verfahren einzuwirken; was indes ein Geständnis des Beschuldigten voraussetzt.

III.

In der Praxis läuft ein Täter-Opfer-Ausgleich dergestalt ab, dass der Beschuldigte - über seinen Anwalt - zunächst Kontakt zu der Geschädigten (bzw. zu deren Anwalt) aufnimmt und hier hinsichtlich der generellen Bereitschaft bezüglich eines solchen Ausgleiches anfragt. 

Anschließend werden die einzelnen Modalitäten (insbesondere die Höhe der Entschädigungszahlung) besprochen und dann eine schriftliche Vereinbarung aufgesetzt, in welcher noch einmal alles festgehalten wird, was besprochen wurde. Anschließend unterzeichnen alle Beteiligten die Vereinbarung, sodann kann die Auszahlung des Geldes vceranlasst werden. In welcher Form die Zahlungen erfolnen (also Ratenzahlung, Einmalzahlung) ist individuell vereinbar. 

Beispiele für die positiven Wirkungen eines Täter Opfer Ausgleichs finden Sie unter den Mitteilungen zu aktuellen Verfahren der Kanzlei.

IV.

Die Rechtsanwaltskanzlei Odebralski ist mit der Bearbeitung von Sexualstrafverfahren vertraut und hierauf spezialisiert. Lassen Sie sich kompetent beraten und finden Sie den richtigen Weg in Ihrem Verfahren.

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