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Strafrecht – einzelner Delikte

Besitz und Verbreitung kinderpornografischer Schriften, § 184 b StGB

Wird ein Verfahren gegen einen Beschuldigten wegen Besitzes (und regelmäßig auch Verbreitung) von Kinderpornographie geführt, kann dies nach hiesiger Erfahrung nur zwei Ursachen haben:

Erstens: der Betroffene ist imm Rahmen einer sog. anlassunabhängigen Recherche in einer Internet-Tauschbörse – wie beispielsweise e-mule oder e-donkey2000 - aufgefällig geworden. Zweite Möglichkeit: es wurde von seiner IP-Adresse auf öffentlich zugängliche Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalten zugegriffen.

In beiden Fällen kommt es bei dem Verdächtigen regelmäßig zu einer Hausdurchsuchung, bei welcher regelmäßig Computer und andere mobile Datenspeicher sowie Handys und Tablets beschlagnahmt und sichergestellt werden. Die dann folgende Auswertung dieser Datenspeicher bildet schließlich die Grundlage für das Strafverfahren. Werden auf den sichergestellten Asservaten nun inkriminierte Dateien gefunden, ist Bestreiten der Tatvorwürfe in den meisten Fällen Ohne Aussicht auf Erfolg. 

Regelmäßig empfiehlt es sichdaher, Schadensbegrenzung zu betreiben und den Beschuldigten vor einer öffentlichen Hauptverhandlung zu bewahren. Hierzu ist es zumeist ratsam, in einer umfangreichen Verteidigererklärung die Hintergründe und die Ursachen des Verhaltens zu aufzuzeigen.da der Besitz und die Verbreitung von Kinderpornographie häufig auf ein voyeuristisches Intreresse des Beschuldigten zurückzuführen sind, gilt es dies auch gegenüber der Staatsanwaltschaft herauszustellen.

Soweit die im Rahmen der Auswertung aufgefundenen Dateien eine gewisse Anzahl nicht übersteigen, sind Staatsanwaltschaften und gerichtse regelmäßig mit einer außergerichtlichen Verfahrensbeendigung einverstanden. Dies gilt selbstverständlich nur dann, wenn der Beschuldigte nicht bereits einschlägig in Erscheinung getreten ist und er die Tat einräumt.

Der Gesetzgeber sieht für die Verbreitung kinderpornographischer Schriften eine Strafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren vor. In der Praxis kommt es zumeist - zumindest im Falle eines einmaligen Verstoßes - zur Verhängung einer Geldstrafe, deren Höhe ihrerseits von der Menge der sichergestellten Dateien sowie auch deren Inhalt abhängig ist.

Bei Fragen zu diesem Delikt können Sie mich per E-Mail, unter der Telefonnummer 0201 / 799 160 04 oder über das Kontaktformular erreichen.

Da ich regelmäßig Delikte aus diesen Bereich bearbeite, stehe ich Ihnen bei Rückfragen als kompetenter Ansprechpartner gerne zur Verfügung.